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Golden Delicious
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Der Golden Delicious [] ist eine Tafelobstsorte des Kulturapfels. Er gilt als die wichtigste gelbgrĂŒne Apfelsorte im Welthandel.cite-ref-ham64-1-0[1]
Golden Delicious ist ein sĂŒĂaromatischer Apfel, dessen Baum sehr ertragreich ist. UrsprĂŒnglich stammt er aus West Virginia, wird aber seit der Mitte des 20. Jahrhunderts weltweit angebaut. In Deutschland wird er erst am Ende der Wachstumsperiode reif und benötigt klimatisch gĂŒnstige Bedingungen, um voll auszureifen.
Vor allem aufgrund seines hohen gleichmĂ€Ăigen Ertrags ist Golden Delicious eine Lieblingssorte der ApfelzĂŒchter. Sein Erbgut ist mittlerweile in zahlreiche im Handel erhĂ€ltliche Sorten eingeflossen. Von Golden Delicious stammen mehrere andere Sorten ab, die ebenfalls global im kommerziellen Anbau angebaut werden, darunter Elstar, Jonagold, Gala, Cripps Pink, Rubinette und Pinova.
In Deutschland hat Elstar schon lange Golden Delicious als beliebteste Sorte im Anbau abgelöst. Golden Delicious steht noch auf 3,5 Prozent der FlĂ€che, auf der Ăpfel angebaut werden. In der Schweiz war Golden Delicious bis 2009 die beliebteste Sorte im Anbau. Auch in SĂŒdtirol war der Apfel die am meisten verbreitete Sorte, mit abnehmender AnbauflĂ€che in den letzten Jahren. WĂ€hrend 1992 noch 73 Prozent der Neupflanzungen auf Golden Delicious entfielen, waren es 2016 nur noch 9 Prozent, ĂŒberholt von Gala mit 39 Prozent, Pink Lady mit 14 Prozent und Red Delicious.cite-ref-2[2] In Frankreich und Italien ist Golden Delicious durch mehrere geographische Herkunftsbezeichnungen geschĂŒtzt.
Contents
âą Beschreibung
âą FrĂŒchte
âą Baum
âą Geschichte
âą Anbau
âą Boden und Klima
âą Reife und Ernte
âą Befruchtung
âą Lagerung
âą Verwendung
âą Mutanten
âą Trivia
âą Einzelnachweise
âą Literatur
âą Weblinks
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Beschreibung
FrĂŒchte
Die FrĂŒchte sind grĂŒnlich, werden mit Reife cremefarben gelblich und können an der Sonnenseite leicht gerötet sein.cite-ref-baw-3-0[3] Der Apfel entwickelt aber keine roten Streifen. Die FrĂŒchte sind mittelgroĂ bis groĂ. Sie sind rund bis lĂ€nglich und gleichmĂ€Ăig gebaut.cite-ref-baw-3-1[3] Der Körper ist erkennbar gerippt, insbesondere am Kelch sind die fĂŒnf Rippen deutlich erkennbar.cite-ref-ham65-4-0[4]
Die Stielgrube ist schmal und tief, meist mit etwas Berostung. Der Stiel selbst ist lang und schmal, er sitzt fest in der Stielgrube. Die Kelchgrube ist im Vergleich zu anderen Ăpfeln durchschnittlich weit und tief. Die Haut des Golden Delicious ist glatt, trocken und dĂŒnn. Bei Anbau in feuchtem Klima kann es zu Berostung kommen. Die Lentizellen sind vergleichsweise groĂ und von grau-brauner Farbe.cite-ref-ham65-4-1[4]
Das cremefarbene Fruchtfleisch ist saftig und fest. Wird Golden Delicious erst spĂ€t geerntet, ist sein Fruchtfleisch mehlig.cite-ref-ham65-4-2[4] Zum Zeitpunkt der Ernte sollte das Fruchtfleisch eine Festigkeit von 7 bis 8 kg/cmÂČ haben und einen Zuckergehalt von 11,5 bis 13,0° Grad Brix.cite-ref-sor-5-0[5]
Voll ausgereift sind die Ăpfel sĂŒĂaromatisch und etwas anisartig.cite-ref-sor-5-1[5] Golden Delicious hat nur wenig SĂ€ure, was sich im Geschmack zeigt. FrĂŒchte, die im Schatten hingen, können wĂ€ssrig schmecken, nicht ausgereifte Ăpfel können geschmacksarm sein.cite-ref-baw-3-2[3] Wird Golden Delicious aufgeschnitten, oxidiert das Fruchtfleisch nur langsam.cite-ref-ham65-4-3[4]
Baum
Der Baum ist etwa mittelgroĂ. Ăste und Zweige wachsen in weiten Winkeln voneinander entfernt. Unbeschnitten ist der Baum recht raumgreifendcite-ref-ham65-4-4[4] mit Neigung zu herunterhĂ€ngenden Ăsten.cite-ref-bio20-6-0[6] Der Baum trĂ€gt FrĂŒchte an einjĂ€hrigem Holz und den Astenden.cite-ref-ham65-4-5[4]
Geschichte
Entdeckung und Verkauf an Stark Brothers
FĂŒr die Entdeckung des Golden Delicious existieren zwei verschiedene Varianten. Nach der verbreiteteren Variante â die ĂŒber Jahrzehnte von Stark Brothers verbreitet wurde â entdeckte Anderson H. Mullins im Jahr 1905 in Porterâs Creek in Clay County, West Virginia/USA einen zufĂ€llig gewachsenen Apfelbaum mit groĂen gelben Ăpfeln auf seinem GrundstĂŒck.cite-ref-ham64-1-1[1] Der Baum trug selbst in Jahren reichlich, in denen die anderen seiner ObstbĂ€ume kaum FrĂŒchte trugen. Die Ăpfel vom Baum hielten sich bis in den April. J. M. Mullins, Neffe von Anderson Mullins nahm aber fĂŒr sich in Anspruch, den Baum bereits 1890 entdeckt zu haben. Als Jugendlicher auf der Farm seines Vaters mĂ€hte er das Gras und lieĂ den Baum am Leben, bis er schlieĂlich Ăpfel trug. J. M. Mullins vermutete, dass der ursprĂŒngliche Same von einem der BĂ€ume der Farm stamme, die ebenso vermutlich von der Sorte Golden Reinette waren.cite-ref-bit-7-0[7] Als Vatersorte wird Grimes Golden angenommen, unter anderem da viele gemeinsame Eigenschaften erkennbar sind.cite-ref-ham64-1-2[1]
Sicher ist wieder, dass L. L. Mullins, Vater von J. M. Mullins und Bruder von Anderson Mullins das Land samt Apfelbaum Anfang des 20. Jahrhunderts an Anderson Mullins verkaufte. Anderson Mullins nannte den Apfel Mullins Yellow Seedling und schickte im FrĂŒhjahr 1914 einige Exemplare an die Stark Brothers in Missouri. Stark hatte bereits erfolgreich die Apfelsorte Red Delicious in den Vereinigten Staaten eingefĂŒhrt und war einer der erfolgreichsten und aggressivsten ObstzĂŒchter in jener Zeit. Paul Stark, der zu dieser Zeit das GeschĂ€ft leitete, war beeindruckt vom Geschmack des Apfels und auch davon, dass er noch im April festes Fruchtfleisch hatte.
Der von Stark spĂ€ter in zahlreichen Katalogen verbreiteten Legende nach, erkannte er das Potenzial des Apfels und machte sich auf den Trail of the Golden Apple âPfad des goldenen Apfelsâ: Der Weg fĂŒhrte mit der Bahn, einer Schmalspurbahn und zu Pferde durch die Berge West-Virginias hin zum GrundstĂŒck der Mullins. Dort öffnete ihm niemand, und hinter dem Haus sah er nur einen kleinen Obstgarten mit kleinen verkrĂŒppelten BĂ€umen. Erst auf den zweiten Blick entdeckte er einen allein an einem Berg stehenden groĂen, reichlich tragenden Apfelbaum. Als er diesen Baum nĂ€her in Augenschein nahm, traf Mullins auf ihn und stellte den Apfel vor: âEr heiĂt Mullins. Ich habe Ihnen einige davon geschickt.âcite-ref-bau20-8-0[8]
Stark zahlte an die Familie 5000 US-Dollar (laut Anderson Mullins) beziehungsweise 50 US-Dollar (laut J. M. Mullins) fĂŒr den Baum und die knapp hundert Quadratmeter Land um ihn herum. Ebenso zahlte Stark der Familie die nĂ€chsten 30 Jahre lang 100 Dollar pro Jahr dafĂŒr, dass sie sich um den Baum kĂŒmmere, und blieb im regelmĂ€Ăigen Austausch ĂŒber den Zustand des Originalbaums. Stark lieĂ auch einen KĂ€fig mit einer batteriebetriebenen Alarmanlage um den Apfelbaum herum bauen. Der Ur-Golden-Delicious starb im Jahr 1958.cite-ref-bit-7-1[7] Reste des KĂ€figs waren im Jahr 1987 noch zu sehen.cite-ref-bau20-8-1[8]
Im kommerziellen Handel
Im Jahre 1916 brachten Stark Brothers, die schon den Red Delicious vertrieben, den Apfel unter dem Namen Golden Delicious in den Handel. Stark Brothers empfahlen Golden Delicious als perfekte ErgĂ€nzung zu Red Delicious. Da Red Delicious sich nicht selbst befruchtete, musste auf Red-Delicious-Plantagen eine weitere Apfelsorte stehen, die Pollen spendete. Golden Delicious, der lange blĂŒhte und dabei mehr Pollen produzierte als fast alle anderen Apfelsorten, wurde von Stark extra zu diesem Zweck beworben. Kataloge aus der Mitte des 20. Jahrhunderts sprechen von der Red/Golden-Delicious als âModellplantageâ.cite-ref-dol100-9-0[9]
Es dauerte nur wenige Jahre, bis sich Golden Delicious in den USA verbreitete. Die American Pomological Society verlieh ihm 1921 die Wilder Medal.cite-ref-bau20-8-2[8] Die Washington Apple Commission, die â im New Deal gegrĂŒndet â den Obstbau im Staat Washington fördern wollte, empfahl seit den 1930er-Jahren Golden Delicious als Tafelapfel und als Pollenspender.cite-ref-dol100-9-1[9] Golden Delicious benötigte jedoch lĂ€nger, um seine Marktbedeutung zu erlangen, als Red Delicious. 1945, als Red Delicious schon lange den Markt dominierte, lag in den USA der Anteil der FlĂ€che mit Golden Delicious erst bei 1,8 Prozent, von sieben anderen Apfelsorten bauten die Obstbauern mehr an. Erst ab 1950 begann sich die Situation zu Ă€ndern. Seit den 1970er- bis in die 2000er-Jahre war Golden Delicious nach Red Delicious die am hĂ€ufigsten angebaute Sorte in den USA, und Obstplantagen mit Golden Delicious waren auf allen Kontinenten entstanden.cite-ref-dol99-10-0[10]
Bedeutung fĂŒr Golden Delicious hatte dabei der Aufstieg des Obstanbaus in Washington zur wichtigsten Region fĂŒr Apfelanbau in den USA.cite-ref-dol100-9-2[9] In Washington war Golden Delicious ĂŒber Jahrzehnte die zweite Sorte nach Red Delicious. Zu seinen Hochzeiten in den 1970er-Jahren standen auf 95 Prozent der AnbauflĂ€chen in Washington Red Delicious oder Golden Delicious. Golden Delicious wird heute besonders in Europa und den USA angebaut. WĂ€hrend Golden Delicious ĂŒber Jahrzehnte der dominierende âgrĂŒneâ Apfel im Welthandel war, und nach Red Delicious der weltweit am stĂ€rksten verbreitete Apfel, hat er seit der Jahrtausendwende Marktanteile an Sorten wie Jonagold, Gala, Fuji oder Elstar verloren.cite-ref-ham64-1-3[1] In Washington beispielsweise hat Gala den Golden Delicious im Jahr 2003 ĂŒberholt, und im Jahr 2010 war Golden Delicious nur auf Platz 5 der Sorten. In den gesamten USA löste Gala Golden Delicious im Jahr 2008 ab. In Europa ist Golden Delicious weiterhin sehr stark verbreitet.cite-ref-bit-7-2[7]
Gelber Köstlicher in der DDR
In der DDR war der Golden Delicious, dort âGelber Köstlicherâ genannt, allgegenwĂ€rtig.cite-ref-11[11] Bei ungĂŒnstigem Klima verliert der Golden Delicious an Aroma, auch muss er frĂŒher geerntet werden, bevor er vollreif ist. Der Ertrag bleibt jedoch weiterhin sehr hoch. Obwohl sich das örtliche Klima ungĂŒnstig auf sein Aroma auswirkte, fĂŒhrte die ErtragsstĂ€rke dazu, dass er ĂŒberall angebaut wurde. Folge war die Ăberversorgung mit Mengen von Ăpfeln verminderten Aromas. Der frĂŒhzeitig geerntete âGelbe Köstlicheâ bekam so auch den Spottnamen âGrĂŒner GrĂ€sslicherâcite-ref-12[12] oder âGelber WĂŒrgerâ.cite-ref-13[13]
Ehrungen und Bezugnahme
Seit der zweiten HÀlfte des 20. Jahrhunderts beruft sich West Virginia auf den Golden Delicious. Seit 1972 ist der Apfel an sich offizielles Staatsobst des Staates. Im Jahre 1995 hat West Virginia den allgemeinen Apfel auf den Golden Delicious hin prÀzisiert.cite-ref-sta-14-0[14] Die Ernennung erfolgte auf Vorschlag der Guyan Valley Junior High.cite-ref-wvc-15-0[15] Seit 1973 veranstaltet das Clay County in West Virginia in jedem Herbst das Golden Delicious Festival. Zum Programm gehören Bandauftritte, ein Backwettbewerb, Schönheitswettbewerbe, Motorrad- und Kunstauktionen sowie ein Wettbewerb im Pfannenwurf.cite-ref-cla-16-0[16]
SpÀtes 20. Jahrhundert
Im Trentino gehören Golden Delicious mit Red Delicious und Kanada-Reinette zu den drei Apfelsorten, die als Obst aus dem Nonstal (Val Di Non) eine geschĂŒtzte Herkunftsbezeichnung (DOP) haben.cite-ref-eur-17-0[17] Ebenso sind Golden Delicious aus Limousin seit 2005 als AOC Pommes de Limousin geschĂŒtzt.cite-ref-hanlim-18-0[18]cite-ref-19[19]
Im Jahr 2010 entschlĂŒsselten Forscher an der Fondazione Edmund Mach in Trentino, Italien das gesamte Erbgut des Golden Delicious. Er war damit die erste Apfelsorte, ĂŒber die diese Kenntnis vorlag.cite-ref-fem-20-0[20] Die Forscher wĂ€hlten den Apfel, weil er weltweit verbreitet ist und 80 Prozent des Apfelanbaus in der Gegend des Forschungszentrums ausmacht.cite-ref-sos609-21-0[21]
Verbreitung heute
In Deutschland wurde Golden Delicious im Jahr 2012 von 1530 Betrieben auf einer FlĂ€che von insgesamt 982 Hektar kommerziell angebaut. Das entspricht 3,5 Prozent der FlĂ€che des gesamten deutschen Apfelanbaus.cite-ref-sta39-22-0[22] Wichtige Anbaugebiete sind Baden-WĂŒrttemberg mit 364 Hektar, Sachsen mit 221 Hektar und Rheinland-Pfalz mit 141 Hektar.cite-ref-sta40-23-0[23]
In der Steiermarkcite-ref-r-h-25-0[25] und SĂŒdtirol ist Golden Delicious immer noch der wichtigste Apfel. Im Gegensatz zu einigen neueren Sorten wie Braeburn konnte Golden Delicious in den letzten Jahren sogar wieder an AnbauflĂ€che hinzugewinnen.cite-ref-han-26-0[26]
Anbau
Boden und Klima
Golden Delicious toleriert viele Boden- und Klimabedingungen. Allerdings ist er in harten Wintern nicht frostresistent. Der Baum gedeiht am besten auf mĂ€Ăig feuchten Böden in einem warmen Klima mit trockenen, sonnigen Sommern.cite-ref-ham65-4-6[4] Im Alten Land beispielsweise empfiehlt der Obstbauversuchsring den Anbau nur in geschĂŒtzten Lagen auf humosen Böden.cite-ref-rol157-27-0[27]
Reife und Ernte
Golden Delicious blĂŒht in der Mitte bis Ende der Saison.cite-ref-ham65-4-7[4] Dabei produziert er fĂŒr einen Apfel ungewöhnlich viele Pollen, befruchtet sich aber nur schlecht selber.cite-ref-bio27-28-0[28] Im Vergleich zu anderen Ăpfeln beginnt Golden Delicious schon im jungen Alter mit der Produktion von FrĂŒchten.cite-ref-bio30-29-0[29] Der Baum zeigt nur wenig Alternanz.cite-ref-ham65-4-8[4]
Der Winterapfel kann in Europa im Oktober geerntet werden und erreicht ab Dezember die Genussreife. Je nach Anbaugebiet und Klima kann es vorkommen, dass die Wachstumsperiode fĂŒr Golden Delicious zu kurz ist, die Ăpfel nicht voll ausreifen und dementsprechend bei der Ernte im Geschmack beeintrĂ€chtigt sind. Die Ernte findet meistens in nur einem Durchgang statt. Der gewĂ€hlte Zeitpunkt ist meist, wenn die Farbe der FrĂŒchte sich von grĂŒn nach gelb verĂ€ndert.cite-ref-ham65-4-9[4]
Der Baum verliert im Normalfall keine FrĂŒchte vor der Ernte.cite-ref-ham65-4-10[4] Unter guten Bedingungen ist der Baum sehr ertragreich. Golden Delicious gilt als MaĂstab fĂŒr den Ertrag anderer Sorten, wobei deren Ertrag als Prozentzahl des Golden-Delicious-Ertrags unter gleichen Bedingungen angegeben wird.
Befruchtung
Der Golden Delicious ist diploid, teilweise selbstbefruchtend, und produziert im Vergleich zu anderen Ăpfeln sehr viele Pollen.cite-ref-ham65-4-11[4] Geeignete Befruchter sind Braeburn, Cox Orange, Milwa, Elstar, Gala, Idared, Pinova, Rubinette und Summerred.cite-ref-sor-5-2[5] Teilweise werden Chemikalien benutzt, um Berostung am Apfel zu verhindern.cite-ref-ham65-4-12[4]
Lagerung
In Deutschland hĂ€lt sich Golden Delicious im Frischluftlager bis Dezember. Im CA-Lager ist er bis ĂŒber den Juni hinaus haltbar.cite-ref-baw-3-3[3] Unter optimalen Bedingungen hĂ€lt sich Golden Delicious bis zur nĂ€chsten Ernte.cite-ref-sor-5-3[5] Die Ăpfel können gekĂŒhlt bis MĂ€rz gelagert werden, im CA-Lager hĂ€lt sich der Apfel in Europa bis in den Juli. Optimale Bedingungen im CA-Lager hĂ€ngen von der Region ab. Sie liegen zwischen 1 und 3 Prozent Sauerstoff und 0 bis 4 Prozent Kohlendioxid bei â0,5 bis 2 Grad Celsius.cite-ref-ham65-4-13[4]
An der Haut beschĂ€digte Ăpfel sind anfĂ€llig fĂŒr LagerfĂ€ule. Um eine schrumpelige Haut zu vermeiden, wird diese vor dem Einlagern meist gewachst.cite-ref-ham65-4-14[4]
AnfÀlligkeiten und Resistenzen
Golden Delicous ist sehr anfĂ€llig fĂŒr Apfelschorf.cite-ref-ham65-4-15[4] Der Baum wird deshalb auch fĂŒr Haus- und LiebhabergĂ€rten nicht empfohlen.cite-ref-baw-3-4[3] SchalenbrĂ€une tritt in manchen Anbaugebieten im Lager auf, wird aber durch die Lagerung im CA-Lager verhindert.cite-ref-ham65-4-16[4] Die Mehltau-AnfĂ€lligkeit hĂ€ngt von der Anbauregion ab und ist in Baden-WĂŒrttemberg beispielsweise kaum vorhanden.cite-ref-baw-3-5[3] Golden Delicious ist anfĂ€llig gegen Rostpilze der Art Gymnosporangium clavipes und der Art Gymnosporangium juniperi-virginianae, ebenso wie gegen die Apfelblutlaus. Gegen Feuerbrand ist der Apfel mittelmĂ€Ăig resistent, und als einer der wenigen Ăpfel ist er resistent gegen Obstbaumkrebs.cite-ref-ham65-4-17[4]
Verwendung
Golden Delicious ist ein Tafelapfel. Er zerfĂ€llt beim Kochen und Backen kaum und eignet sich deshalb fĂŒr kulinarische Verwendung, bei der der Apfel noch als solcher erkennbar sein soll. Benutzt wird er fĂŒr Apfelmus und Babynahrung.cite-ref-ham65-4-18[4] Aus Golden Delicious wird ein Obstbrand hergestellt, der ebenso wie etwa Williams-Christ-Brand ĂŒber ein unverkennbares Aroma verfĂŒgt.
Mutanten
Wie von allen verbreiteten Apfelsorten, sind zahlreiche Mutanten in den Handel gekommen. Mindestens 60 verschiedene Varianten wurden zwischenzeitlich kommerziell angebaut. Verschiedene andere Varianten unterscheiden sich beispielsweise im Grad der Berostung, FĂ€rbung, FruchtgröĂe, BaumgröĂe, Alternanz oder der Resistenz gegen Mehltau. In Europa sind vor allem die Mutanten âGolden Klon Bâ und âGolden Reindersâ verbreitet, die beide weniger Berostung haben als die Urform,cite-ref-sor-5-4[5] auĂerdem aber auch âParsi de rosaâ, âLeratess Pinkgoldâ und âSmotheeâ.cite-ref-scho-30-0[30] In den USA ist die Mutante âSmotheeâ weit verbreitet.cite-ref-bau20-8-3[8] âKlon Bâ ist dabei eine freie Variante, die von jedermann kommerziell vermehrt werden kann, ohne irgendwelche Sortenrechte zu verletzen. âReindersâ und âSmotheeâ sind beide markenrechtlich geschĂŒtzt, âParsi de rosaâ, âLeratess Pinkgoldâ marken- und sortenrechtlich, sie alle mĂŒssen zum Anbau lizenziert werden.cite-ref-scho-30-1[30]
âReindersâ ist die neuere der beiden europĂ€ischen Hauptmutanten und wird seit den 1990ern angepflanzt.cite-ref-scho-30-2[30] Dabei weist âReindersâ weniger Berostung auf als âKlon Bâ. âReindersâ ist aber auch grĂŒner in der Farbe und spitzförmiger als âKlon Bâ.cite-ref-spu-31-0[31] Das Erntefernster â der Zeitraum, in dem der Apfel geerntet werden kann â ist bei âReindersâ kleiner als bei âKlon Bâ. WĂ€hrend âKlon Bâ bis zu drei Wochen ohne nennenswerten QualitĂ€tsverlust geerntet werden kann, fallen âReindersâ-Ăpfel etwa zwei Wochen nach Beginn der PflĂŒckreife vom Baum. âKlon Bâ wurde 1936 in den USA entdeckt und seit den 1960ern in Europa verbreitet. Durch seine weite Verbreitung gelten prominente Eigenschaften von âKlon Bâ, wie die Form und die auffallenden Lentizellen, mittlerweile als typisch fĂŒr die ganze Sorte. Von âKlon Bâ wiederum sind weitere Varianten im Handel. âLeratess Pinkgoldâ hat einen etwas höheren Zuckergehalt als âKlon B und eine bei vielen Verbrauchern beliebtere leichte RotfĂ€rbung. Allerdings neigt auch er zur Berostung und die FarbausprĂ€gung ist uneinheitlich. âParsi de rosaâ hat die typische Form von âKlon Bâ, auch ausgeprĂ€gte Lentizellen, aber eine ausgeprĂ€gtere rote Deckfarbe und eine deutlich glattere Haut als âKlon Bâ.cite-ref-scho-30-3[30]
In den USA ist âSmotheeâ am stĂ€rksten verbreitet.cite-ref-bit-7-3[7] Die Variante stammt aus dem Jahr 1958 und ist seit 1967 im Handel. In Europa ist er seit den 1980ern verbreitet.cite-ref-scho-30-4[30] âSmotheeâ zeigt deutlich weniger Berostung als die Urformcite-ref-bit-7-4[7] und ist von den im Handel verbreiteten Mutanten die rostĂ€rmste.cite-ref-bau20-8-4[8] âSmotheeâ hat höhere ErtrĂ€ge als die Standardform, lĂ€sst sich aber auch schwer ausdĂŒnnen. In der Praxis sind die geernteten Ăpfel deshalb meist kleiner als bei anderen Varianten.cite-ref-scho-30-5[30]
Verbreitete Mutanten sind beispielsweise âStarkspur Golden Deliciousâ, âGolden Gloryâ, âGoldspurâ, âLutzâ, âLysgoldenâ und âBelgoldenâ.cite-ref-ham66-32-0[32] Andere weitgehend berostungsfreie Mutanten, die aber noch nicht weit verbreitet sind, sind âMema Goldenâ und âGolden Orangeâ, die beide eine rötliche BackenfĂ€rbung auf der Sonnenseite aufweisen. âGolden Orangeâ ist auch vergleichsweise schorfresistent, allerdings druckempfindlich und weniger gut lagerfĂ€hig als andere Mutanten.cite-ref-r-h-25-1[25] Auch noch im kommerziellen Anbau kommen vor: âAngliaâ, âAnvil Super-Goldenâ, âBa-WĂŒâ, âBelgolden Champagnerâ, âBovey 85â, âCrielaardâ, âDaniaâ, âDĂ€nemarkâ, âDouldâ, âEarly Goldâ, âElbeeâ, âEllis No. 1â, âFrazier Goldenspurâ, âGolden Eyreâ, âGolden geschlitztâ, âGoldenirâ, âGoldensheenâ, âHaideggâ, âHarveyâ, âKlon 85â, âKlon 88â, âLutzgoldenâ, âMauchâ, âMissouriâ, âNaniaâ, âOregonâ, âPerleberg Sci. 2â, âPrimeroseâ, âResistaâ, âRosa Goldâ, âRugginosaâ, âRugosâ, âRusset Goldenâ, âSans Rugosâ, âSchweizâ, âShayâ, âSmithâ, âStarkgoldenâ, âSturdyspurâ, âSundaleâ, âTesterspurâ, âVinsonâ, âWeinsbergâ, âWhisleyâ und âYellow Spurâ.cite-ref-rol157-27-1[27]
Sorten, die von Golden Delicious abstammen
Golden Delicious war lange Zeit der WeltmaĂstab fĂŒr einen guten Ertrag. Golden Delicious ist vergleichsweise einfach in der Aufzucht. Sein Geschmack konnte sich weltweit durchsetzen. Deshalb wurde die Sorte in zahlreichen Zuchtprogrammen verwendet, um diese Eigenschaften weiter zu vererben. Golden Delicious gehört zu den fĂŒnf Sorten, auf die ein GroĂteil der heute auf dem Weltmarkt gehandelten Ăpfel zurĂŒckgehen. Golden Deliciousâ ist Elternsorte von mehreren Sorten, die heute weltweit gehandelt werden, seine Nachkommen dominieren schon heute den Weltmarkt. Darunter sind global gepflanzte Sorten wie âElstarâ, âJonagoldâ, âGalaâ, âCripps Pinkâ, sowie mehreren Liebhabersorten wie âRubinetteâ und âPinovaâ. Ebenfalls in gröĂerem MaĂstab kommerziell angebaut werden âMutsuâ âArletâ, âDelblushâ, âDelcorfâ, âCrestonâ, âSummerredâ, âFu Shuaiâ, âSekaiichiâ, âShizukaâ, âPirellaâ, âKinseiâ, âSweet Carolineâ, âFalstaffâ, âXinguanâ, âTsugaruâ, âShamrockâ, âOrinâ, âMaigoldâ, âDelbard Jubileâ, âSir Prizeâ, âGoldRushâ, âPrimieraâ, âAriwaâ, âFlorinaâ, âPrincesaâ, âEnterpriseâ, âBaujadeâ, âFreedomâ, âPriamâ, âPrimaâcite-ref-ham66-32-1[32] und âUEB 32642â (Markenname Opal).cite-ref-spu-31-1[31]
Trivia
2013 gab der US-amerikanische United States Postal Service vier Briefmarken im Wert von 33 Cent mit Abbildungen von Ăpfeln heraus. Abgebildet wurden neben dem Baldwin, dem Northern Spy und dem Granny Smith auch der Golden Delicious.cite-ref-33[33]
Einzelnachweise
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cite-note-ham65-44. â Cheryl R. Hampson, Henk Kemp: Characteristics of Important Commercial Apple Cultivars. In: D. C. Ferree, I. J. Warrington (Hrsg.): Apples. Botany, Production and Uses. CABI Publishing, 2003, ISBN 0-85199-592-6, S. 65
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cite-note-sta40-2323. â Land- und Forstwirtschaft, Fischerei â Landwirtschaftliche Bodennutzung â BaumobstflĂ€chen. Fachserie 3, Reihe 3.1.4, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2012, S. 40â44. Auf Destatis.de, abgerufen am 9. Februar 2017 (PDF; 971 kB).
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cite-note-r-h-2525. â Thomas RĂŒhmer: Neues Golden Zeitalter. In: Haidegger Perspektiven. Ausgabe 2/2012, Lebensressort Steiermark, S. 6â7. Auf Agrar.Steiermark.at, abgerufen am 9. Februar 2017 (PDF; 380 kB).
cite-note-han-2626. â Melissa Hansen: New varieties are slow to be planted. â High production and ease of growing has kept Golden Delicious the number-one planted Italian variety. Good Fruit Grower, 1. Februar 2011. Auf GoodFruit.com, abgerufen am 9. Februar 2017.
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cite-note-bio27-2828. â Bioversity International: Apple Descriptors. Bioversity International, ISBN 9290431040, S. 27.
cite-note-bio30-2929. â Bioversity International: Apple Descriptors. Bioversity International, ISBN 9290431040, S. 30.
cite-note-scho-3030. â Hans Scholten und Gerard Poldervaart: Die Golden Delicious-Mutanten von morgen: glatt mit roter Backe (Memento des Originals vom 6. MĂ€rz 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kiku-partner.com (PDF; 1,2 MB). EfM 11/2011 S. 14â15.
cite-note-spu-3131. â Markus Spuhler: Wer stösst Golden Delicious vom Apfelthron? (Memento des Originals vom 29. Juli 2013 im Webarchiv archive.today) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemÀà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.schweizerbauer.ch, Schweizerbauer.ch 11. September 2012.
cite-note-ham66-3232. â Cheryl R. Hampson, Henk Kemp: Characteristics of Important Commercial Apple Cultivars. In: D. C. Ferree, I. J. Warrington (Hrsg.): Apples. Botany, Production and Uses. CABI Publishing, 2003, ISBN 0-85199-592-6, S. 66.
cite-note-3333. â Informationsseite des USPS, aufgerufen am 11. Oktober 2016
Literatur
âą Willi Votteler: Verzeichnis der Apfel- und Birnensorten. Obst- und Gartenbauverlag, MĂŒnchen 1993, ISBN 3-87596-086-6, S. 176.
Weblinks
Commons
: Golden Delicious
â Sammlung von Bildern
Wiktionary: Golden Delicious
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą https://www.heimwerker.de/garten/gartenpflege-und-pflanzen/gartenpflege/gartenpflege-im-herbst/apfelsorten-ernte.html
âą https://www.swissfruit.ch/de/apfelsorten